Deutsches Theater München, 8. Dezember 2025

Die diesjährig einzige Vorstellung der Weihnachtsgala der Musicalstars in Deutschland des erfolgreichen Formats von Perman Productions (Tournee durch fünf Spielstätten) fand in München statt, große Freude!


Ana Milva Gomez musste krankheitsbedingt absagen, als Einspringerin konnte die großartige und in München bestens bekannte Wietske van Tongeren (Fantine in Les Misèrables) gewonnen werden, kurzfristig arbeitete sie sich dankenswerterweise in das Programm ein.

Das äußerst exquisite Solisten Sextett besteht aus drei Herren: Mark Seibert, Drew Sarich, Lukas Perman – und drei Damen: Maya Hakvoort, Missy May und wie bereits erwähnt Wietske van Tongeren. Also absolute Hochkaräter der Musicalszene.

Das Sextett setzt sich fort in der musikalischen Begleitung: Eine ganz hervorragende Band liefert den perfekten Sound. Und was besonders hervorzuheben ist: Die Aussteuerung gelingt aufs Vortrefflichste, eher eine Seltenheit, dass dies so bravourös umgesetzt wird.

Musikalische Leitung und Keyboard 1: Bela Fischer
Keyboard 2: Martin Wöss
Gitarre: Felix Reischl
E-Bass: Ulrich Permanschlager
Drums: Simon Springer
Reeds: Stephan Dickbauer


Neben der sehr ausgewogenen Tonabmischung tragen das stimmige Lichtdesign und sehr passend ausgewählte Videoprojektionen zum wunderbaren Gesamterlebnis des Abends bei.
Moderiert wird die Weihnachtsgala von den beiden Freunden und Masterminds des Konzertformats, Mark Seibert

und Lukas Perman höchst charmant und grundsympathisch. sie erzählen kleine Bonmots ihrer Kinder – ob noch ans Christkind geglaubt wird oder nicht – man macht sich Gedanken zum Krippenbild und der Figur des Josef, es ist alles rund und unterhaltsam.

Die Setlist ist vollgepackt mit 29 Titeln, davon – Nomen est Omen – natürlich der weit überwiegende Teil mit internationalen und deutschen Weihnachtsliedern. Aber auch sieben grandiose Musicalballaden finden den Weg ins Programm, vor allem im zweiten Teil. Und dazu noch zwei bekannte Duette aus Filmen „Tell him“ und „The Prayer“.

Zwei der bekanntesten Musicalklassiker sind neu arrangiert und jeweils konträr besetzt – was die Sache umso spannender macht:
„Gold von den Sternen“ aus dem Levay/Kunze Hit MOZART!, interpretiert von den drei Herren, ist einer der vielen Höhepunkte im Programm

und „Maria“ aus Bernstein’s WESTSIDE STORY im Umkehrschluss interpretiert von den drei Ladies steht dem in nichts nach.

Und absoluter Gänsehautmoment: Drew Sarich mit dem Whitney Houston Klassiker „One Moment in Time“ – einfach nur WOW!

Mark & Drew mit der Hymne „Draussen“ des verzweifelten Quasimodo aus DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME

Missy May glänzt als Elsa aus der EISKÖNIGIN mit „Lass jetzt los“

und Maya Hakvoort berührt sehr mit „The First Noel“



„Driving home for Christmas“ – Mark

Wietske mit „Who could imagine a King“

„Let it snow“ – Drew & Wieske

„Maria durch ein Dornwald ging“ – verschärfte Gänsehaut und Kloß im Hals: das Keyboard setzt nur ein paar Takte zu Beginn – dann die sechs Solisten A cappella in herzerwärmendem Harmoniegesang. Weihnachtlicher, unfassbar wunderbar gesungener Höhepunkt, definitiv.


„Have yourself a merry little Christmas“ – der unvergleichliche Drew Sarich

Als es auf die Zielgerade geht, intonieren alle Sechs zusammen „So this is Christmas“, „Feliz Navidad“ und „Somewhere in my Memory“.


Den stimmungsvollen Abend beendet die lautstark geforderte Zugabe, ein Medley an deutschen Weihnachtsklassikern aus „Oh du fröhliche“. „Fröhliche Weihnacht überall“, „Es ist ein Ros‘ entsprungen“, „Süßer die Glocken nie klingen“, „Kling, Glöckchen klingeling“ (Missy May’s Lieblinglied, wie Drew lachend konstatiert).

Fazit: Unglaublich berührendes, aber auch fröhliches Weihnachtskonzert mit sechs Granatenstimmen, kombiniert in Gesangsharmonien, die unter die Haut gehen. Höchst erfreulich, dass neben den bekannten Klassikern auch Songs zu Gehör gebracht werden, die man nicht ab Anfang Dezember ständig rauf und runter im Radio hört.

Bitte unbedingt wiederkommen nächstes Jahr! Herzlichen Dank.
Alle Fotos: © Musical Reviews
Videos von Schlussapplaus und Zugaben auf Instagram: _musical_reviews
Silvia E. Loske, Dezember 2025
