MONTY PYTHON’s SPAMALOT

Premiere 27. Juni 2026, Staatstheater Augsburg, Sommerbühne Am Gaswerk

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Heilige Handgranate – was für ein absurder Irrwitz! Die respektlosen Anarchos Du Prez und Idle aus der britischen Monty Python Komiker Truppe haben bereits 2004 in Anlehnung an den zuvor sehr erfolgreichen Film „Die Ritter der Kokosnuss“ ein Bühnenstück konzipiert, das natürlich in keinerlei gängige Musical Schublade passt. Und das ist auch gut so!

Das Staatstheater Augsburg bündelt alles an Kreativität: Insgesamt stehen bei den Massen-Szenen 54 Darstellende auf der Bühne. Und die Augsburger Philharmoniker hauen mit 45 Musikern und Musikerinnen den dazu passenden satten Sound mit Schmackes raus.

Die traditionsreiche Sommerbühne am Roten Tor muss aufwendig, da baulich mittlerweile reichlich marode, generalsaniert werden. Und alle Achtung, dass man erst im Februar mit der Location Am Gaswerk a) Ersatz gefunden und b) die Fläche dort großartig hergerichtet hat, damit die treue Anhängerschaft in den Genuss einer weiteren Sommerproduktion kommt.

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Gleich zu Beginn wird das Publikum interaktiv von der Fee aus dem See dahingehend beschäftigt, als sie einen passenden Heiratskandidaten sucht!

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Auch wenn am Roten Tor aufgrund der beeindruckenden mittelalterlich anmutenden alten Ruinenreste immer eine besondere Stimmung erzeugt wird, so ist die Ausweichlocation Am Gaswerk mit ihrem angeratzten Industriecharme gerade für ein so dermaßen gegen den Strich gebürstetes Stück wie „Spamalot“ geradezu ideal.

Das Bühnenbild wurde mit Containern seitlich und im hinteren Bereich effektvoll bestückt, hinter der vorderen Spielfläche gibt es eine Ebene, welche den See bildet und darauf dann nochmals eine weitere Ebene mit einem riesigen stilisierten Ritterhelm, der mit Lämpchen bestückt zur gegebenen Zeit aufleuchtet.

An den linken und rechten Bühnenflächen gibt es noch weitere Settings wie links einen hoch aufragenden Burgturm und rechts einen Kunstpalmen-bestückten Spielort für den Zauberer.

Also reichlich Schauwert, und es ist ständig was los, man hat gut zu tun mit Gucken. Und wäre gut beraten, die Inszenierung mehr als einmal anzuschauen, damit einem auch wirklich keiner der Gags entkommt.

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„kleiner Fingerzeig“, wo sich evtl. der Heilige Gral befinden könne!

Die Kostüme sind den Stück entsprechend komplett absurd, sehr bunt und es muss für eine Kostümbildnerin ein wahres Fest gewesen sein, diese zu entwerfen.

Bei den Massenszenen mit voller Bühne auf allen Ebenen zeigt sich das Können von Choreographin Helena Sturm, diese große Menge an Darstellenden, Tänzern, Chor und Statisten in synchrone Bewegung zu bringen.

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Bestens unterstützt wird das wuselnde Bühnengeschehen durch die passende Lichtregie, auch die Tonaussteuerung lässt keine Wünsche offen.

Wie stets, auch am Roten Tor, ist das üppig besetzte Orchester der Augsburger Philharmoniker unter dem bewährten Dirigat von Sebastiaan van Yperen separat links (aus Sicht Tribüne) positioniert und spielt dort mit Verve auf.

Die Partitur ist gefällig und besteht aus etlichen unterschiedlichen Stilrichtungen, man vernimmt Jazz, Flamenco, Pop- und Broadwaysound. Der Abräumer des Abends ist natürlich die Python-Hymne schlechthin, „Always look on the bright side of Life“, welche mit Begeisterung vom Publikum mitgepfiffen und -gesungen wird.

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An weiteren Ohrwürmern schleichen sich in den Gehörgang „Such den Gral“, die große Ensembleszene zum Finale Akt 1, „Das Lied, das jetzt beginnt“ und „Wann geht’s hier wieder mal um mich“ der Fee aus dem See.

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Zu den Darstellenden:

Patrick L. Schmitz widerspricht in Allem dem ansonsten stets heldenhaft gezeigten König Artus. Er ist mit Kugelbauch und Flatulenz Problematik auch nicht unbedingt die hellste Kerze auf der Torte und verzweifelt bemüht, eine halbwegs vernünftige Ritterschar um sich zu bilden.

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In Ermangelung kostspieliger Pferde traben Artus und sein Knappe, effektvoll das Hufgeklapper durch Aneinanderschlagen von zwei Kokosnuss-Hälften imitierend, durch die Landschaft.

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Stets an des Königs Seite sein Knappe Patsy, entzückend verkörpert durch Johan Vandamme. Seinem Herrn und Gebieter an Intellekt um Lichtjahre überlegen, trifft er mit seinen trockenen Kommentaren stets ins Schwarze. Und begeistert überdies mit sicherem Gesang und Tanz, inklusive exzellenter Stepperei.

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Eye- und Earcatcher ist, wie so oft bei den Produktionen der vergangenen Jahre, die Vollblutmimin Katja Berg. Mit traumhaftem Timing setzt sie ihre Pointen, flankiert von grandioser Mimik und sicherer Stimme. Sie hält im Stück die Fäden in der Hand und dirigiert in ihrem Sinne, ohne dass die betroffenen Ritter und insbesondere der König dies auch nur ansatzweise kapieren oder bemerken, die Camelot Mannschaft.

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Die Fee aus dem See mit dem sagenumwobenen Schwert Excalibur

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Als der Heilige Gral endlich nach langer Suche gefunden wird, geht schon das Gerangel los, wer ihn haben darf!

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Als prominentester Ritter gibt Hannes Staffler dem Sir Galahad reichlich komödiantisches Profil. Optisch ploppt sofort Assoziation an den geflügelten Götterboten Hermes auf, wenn er kapriziös seine blonde Langhaarperücke schüttelt und gespreizt die Locken nach hinten wirft, kommt man aus dem Grinsen nicht mehr heraus.

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Als „Schwarzer Ritter“ ist Hannes Staffler ebenfalls aktiv

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Als Sir Lancelot begeistert aus dem Augsburger Ensemblestamm erneut Marina Lötschert mit ansteckender Spielfreude. Ein putziges Pferdchen überbringt ihr/ihm – nachdem es mit Mampfen fertig ist – eine Botschaft, die sich als Hilferuf einer im Turm gefangenen Prinzessin herausstellt. Ohne zu viel zu spoilern, führt dies in der Folge zum Outing von Sir Lancelot.

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Die Fee aus dem See und der schmucke Sir Galahad – Katja Berg und Hannes Staffler

Schlussapplaus:

Fazit:
Wer Freude an opulentem Musical abseits des Mainstreams hat und insbesondere dem Humor von Monty Python viel abgewinnen kann, der ist hier genau richtig und sollte sich dieses Spektakel rund um die Ritter der Tafelrunde auf ihrer Suche nach dem Heiligen Gral auf keinen Fall entgehen lassen.
Die Umsetzung ist einfach nur großartig und daher: Chapeau an alle Kreativen und Künstler auf und hinter der Bühne, ein enorm unterhaltsamer Musicalabend ist garantiert!

Infos zu Spielplan und Tickets (gespielt wird bis 31. Juli) gibt es hier:

https://staatstheater-augsburg.de/monty_pythons_spamalot

Silvia E. Loske, Juni 2026

Alle Fotos: © Musical Reviews. Entstanden bei Generalprobe und Schlussapplaus Premiere.
Schlussapplaus Video zu finden auf Instagram unter _musical_reviews

Musical von John Du Prez und Eric Idle
deutsche Fassung: Daniel Grosse Boymann

Kreative 
Musikalische LeitungSebastiaan van Yperen
InszenierungAnna Weber
ChoreographieHelena Sturm
BühneSina Manthey
KostümeLaura Kirst
LichtMarco Vitale
DramaturgieTamara Quick
Darstellende 
König ArtusPatrick L. Schmitz
Die Fee aus dem SeeKatja Berg
PatsyJohan Vandamme
Sir Galahad/Schwarzer Ritter/DennisHannes Staffler
Sir Robin/Bruder MaynardFlorian Gerteis
Sir Lancelot/Dennis‘ MutterMarina Lötschert
Sir Bedevere/Concorde u.a.Mehdi Salim
Tim der ZaubererStephanie Marin
Sir FrauenquoteFátima López Garcia
Musicalensemble der August Everding Akademie:
Ballett; Opernchor und Statisterie des Staatstheaters Augsburg
Augsburger Philharmoniker